
1921, mit 14 Jahren kam Willy Aron zur
Sozialistischen Arbeiterjugend. Er wurde aktiver Funktionär und war
dann der einzige Student unter den jungen Arbeitern. Von anderen
Studenten wurde er deshalb mit Hohn und Spott bedacht, man nennt ihn
„Stehkragenproletarier”, was ihn jedoch nicht beeindruckte. Er studiert
in Erlangen und Würzburg, gibt dort gelegentlich sozialistische
Weltverbesserungsträume preis und wird mit dem Spitznamen „Ilja
Andrewitsch” bezeichnet. Er wird Leibbursche des Fuchsen Günter Beyer
in der „Wirceburgia”, eines Halbjuden, der schreibt: „Aron hatte nicht
um mich geworben und hatte keinen anderen Leibfuchsen... er war ein
stiller, schlanker Mann und er wurde zu einem wertvollen Freund im
Gedankenaustausch.”
Am 1. März 1932 überfallen die Nazis die Wunderburg, am 16. März findet ein Überfall auf die Wache der Arbeitersamariter statt, am 31. Juli kommt
es zu einem schweren Zwischenfall im Restaurant Nöth (Gaststätte
Schillerplatz). Darüber berichtet Altstadtrat Jakob Kreiner in seinen
„Erinnerungen": „Die Nazis hatten bei der Reichstagswahl Stimmen
gewonnen und wollten den Nöth stürmen. Dort trafen sich die
Sozialdemokraten. Garten und Lokal waren voll besetzt. Die Angreifer
agierten mit Gummiknüppeln, Schulterriemen und Stahlringen. Wir wehrten
uns mit Gartenstühlen, abgebrochenen Stuhlbeinen und mit im Hof
gelagerten Holzscheiten. Die Gendarmerie wurde alarmiert, und es fiel
im Verlauf des Kampfes sogar ein Schuss... Es wurden Verhaftungen
vorgenommen und es erfolgte eine Verhandlung vor dem Gericht. Die
Verteidigung unserer Genossen hatten der junge Willy Aron und
Rechtsanwalt Dr. Thomas Dehler übernommen.„
Am 27. Februar 1933 brannte
der Reichstag. Hitler machte die Kommunisten dafür verantwortlich und
verkündete: „So würde unser ganzes Land aussehen, wenn der Kommunismus
und die mit ihm verbündete Sozialdemokratie auch nur auf ein paar
Monate an die Macht kämen: Wie ein Aufschrei muss es durch Deutschland
gehen: Zerstampft den Kommunismus - zerschmettert die
Sozialdemokratie.„ Der Reichstagsbrand diente Hitler bekannterweise
als Vorwand für den Griff nach der ganzen Macht, wichtige
Verfassungsrechte werden außer Kraft gesetzt - die kommunistische
Partei wird verboten, die Presse der Sozialdemokratie wird unterdrückt.
In Bamberg betraf dies den „Freistaat”, die Zeitung der hiesigen
Sozialdemokraten, die damit ihr wichtigstes Informationsinstrument
verloren. Das alles hat Willy Aron sehr aufmerksam verfolgt. In
jugendlicher Empörung ließ er alle Vorsicht beiseite und äußerte, den
Reichstagsbrand hätten wohl die Nazis selbst gelegt. Er konnte nun
abends nicht mehr gefahrlos die Straße betreten, man schimpfte ihn „den
Roten Hund”.
Am 23. März wird der Bamberger Stadtrat gezwungen sich selbst aufzulösen, die letzte Amtshandlung ist die Umbenennung der „Langen Straße” in „Adolf-Hitler-Straße”. Der neue Stadtrat wird nach dem Ergebnis der letzten Reichstagswahl besetzt, die Sozialdemokraten haben nun nur noch 4 Sitze. Das Ermächtigungsgesetz vom 24. März 1933 überträgt der Regierung für vier Jahre die gesetzgebende Gewalt: dieses Gesetz wird von allen Abgeordneten mitgetragen, allein die SPD verweigerte die Zustimmung. Die Jugend organisierte sich in der Hitlerjugend, 1933 stieg die Zahl der HJ-Mitglieder von vorher 100.000 auf 2,3 Millionen.
Was mag damals in Willy Aron vorgegangen sein? Aber es war kein Wunder, dass nach der Machtergreifung Aron einer der ersten war,den man verhaftete. Nun konnte man sich rächen an dem unbequemen Ankläger, ihn unschädlich machen, den Kämpfer für eine unverfälschte Demokratie. Man hält ihn wochenlang in Schutzhaft, bis man ihn dann am 15. Mai nach Dachau bringt „mit den nötigen Empfehlungen”.
Die Staatsanwaltschaft hielt später fest: „Schon bei der Einlieferung wurden viele Häftlinge schwer misshandelt, so z.B. der jüdische Gerichtsreferendar Wilhelm Aron aus Bamberg, der durch seine Größe und sein rotes Haar auffiel. Er wurde von den SS-Männern so sehr geschlagen, dass die Gesäßknochen freilagen und er bewusstlos in das Krankenrevier geschafft werden musste. Nach erneueten Misshandlungen starb er am 19. Mai 1933.„
Zur gleichen Zeit befand sich auch der ehemalige KPD-Stadtrat Otto
Geyer als Häftling in Dachau, er wird Augenzeuge der Bluttat. In seinem
Bericht heißt es: „Er war in eine besondere Baracke am Appellplatz
gebracht, dort nackt ausgezogen und, den Kopf mit einer Decke verhüllt,
von 4 SS-Leuten mit großen Ochsenziemern barbarisch geschlagen worden.
Im Glauben, die Schläger würden das Gesetz noch respektieren, hat er
ausgerufen: „Mein Vater ist Justizrat, ich werde mich beschweren.„” Ein
SA-Führer soll daraufhin dem am Boden Liegenden mit einem genagelten
Stiefel noch einen schweren Tritt in den Magen versetzt haben. Als
blutigen Fleischklumpen brachte man Aron dann in eine Lazarettbaracke,
wo er zwei Tage ohne jegliche Hilfe lag und dann verstarb. Nachts um 11
Uhr ist nach Berichten des Augenzeugen Geyer und eines weiteren
Bamberger Häftlings die Lagerfeuerwehr alarmiert worden und danach habe
Willy Aron als verkohlte Leiche in dem Schuppen gelegen. Sein Körper
sei mit Benzin übergossen worden und man habe den Eindruck erwecken
wollen, Aron sei bei einem Fluchtversuch durch einen Stromschlag
getötet worden.
Am 22. Mai 1933 kam der Sarg mit Arons Leiche in Bamberg an und musste noch am gleichen
Abend beigesetzt werden. Den Eltern wird eine Öffnung des Sarges
verweigert, anschließend bezogen SA-Posten Stellung vor dem jüdischen
Friedhof. Sie sollten verhindern, dass der Sarg doch noch geöffnet
werde und kontrol-lierten das Grab mehrere Wochen lang. Der Rabbiner
Dr. Katten bezweifelte, dass Aron - wie offiziell erklärt - an einer
ansteckenden Krankheit mit Herzversagen gestorben sei und wagte es, die
Möglichkeit eines Verbrechens anzudeuten, woraufhin er von der Gestapo
vorgeladen und schwer bedroht wurde. Später bekundete Otto Geyer, ein
in der Lagertischlerei beschäftigter Häftling habe ihm versichert, dass
der Sarg Arons mit Bleiplatten ausgelegt worden sei. Die verkohlten
Überreste des Ermordeten seien irgendwo auf dem Gelände des Lagers
verscharrt worden.
Die Eltern Willy Arons, Albert und Berta Aron, wurden am 9. September 1942 von Bamberg ins KZ Theresienstadt deportiert und später in einem Vernichtungslager im Osten ermordet.

Erhoben und geheiligt sei sein großer Name, in der Welt die er erneuern wird.
Er belebt die Toten, und führt sie empor zu ewigem Leben,
Er erbaut die Stadt Jiruschalajim ,
und errichtet seinen Tempel auf ihren Höhen,
Er tilgt die Götzendienerei von der Erde,
und bringt den Dienst des Himmels wieder an seine Stelle,
und regieren wird der Heilige, gelobt sei er, in seinem Reiche
und in seiner Herrlichkeit,
in eurem Leben und in euren Tagen
und im Leben des ganzen Hauses Israel,
schnell und in naher Zeit .
Und sprechet: Amejn.
Sein großer Name sei gelobt, in Ewigkeit und Ewigkeit der Ewigkeiten!
Es sei gelobt und verherrlicht
und erhoben und gefeiert
und hocherhoben und erhöht,
und gepriesen der Name des Heiligen, gelobt sei er,
hoch hinaus über jede Lobpreisung und jedes Lied,
jede Verherrlichung und jedes Trostwort,
welche jemals in der Welt gesprochen.
Und sprechet: Amejn.
Es sei der Name des EWIGEN gelobt, von nun an bis in Ewigkeit!
Es sei Fülle des Friedens vom Himmel herab,
und Leben,
über uns und über ganz Israel,
Und sprechet: Amejn.
Meine Hilfe kommt vom EWIGEN, dem Schöpfer des Himmels und der Erde,
der Frieden schafft in seinen Höhen,
er schaffe Frieden unter uns und über ganz Israel,
Und sprechet: Amejn.
Satzung der Willy-Aron-Gesellschaft
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Beitrittserklärung
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