Todestag Hans Wölfel: Bericht: 66. Todestag Hans Wölfels am 3. Juli 2010

Bericht: 66. Todestag Hans Wölfels am 3. Juli 2010

[03.07.2010] Aus Anlass des 66. Todestages des katholischen Laienführers und Juristen Hans Wölfel, der von der NS-Justiz wegen angeblicher Wehrkraftzersetzung am 3. Juni 1944 durch Enthauptung hingerichtet worden war, hatte die Willy-Aron-Gesellschaft zu einer Gedenkveranstaltung am Ehrengrab Wölfels im Bamberger Friedhof eingeladen.


Der Vorsitzende der Willy-Aron-Gesellschaft, Dr. Nikolai Czugunow-Schmitt, begrüßte die Gäste und hob die Bedeutung Wölfels als Beispiel eines zivilcouragierten katholischen Christen hervor, der auch noch in den Verhören der Gestapo standhaft betonte, dass sein christlicher Glaube für ihn von höherer Bedeutung sei als die nationalsozialistische Ideologie.

Der Bamberger Stadtrat Norbert Tscherner betonte die Bedeutung solcher Gedenkveranstaltungen für Widerstandskämpfer gegen die NS-Diktatur, damit die Versuche der Neonazis in Bamberg wieder Fuß zu fassen, vereitelt würden.

Frau Mechthildis Bocksch, die ein Buch über das Leben von Hans Wölfel herausgegeben hatte, berichtete anschließend in einem ihrem Vortrag, dass die Nationalsozialisten glaubten Hans Wölfel nur durch seine Ermordung mundtot machen zu können.

Schon seit den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts war Wölfel als Student der Rechtswissenschaft in Würzburg maßgeblich daran beteiligt gewesen, die katholischen Studentenorganisationen gegen die aufkommenden ultra-nationalistischen Gruppierungen zu vereinen. Besonders den Rassenhass und die Religionsverachtung der Nationalsozialisten prangerte er an und betonte ihre Unvereinbarkeit mit der katholischen Glaubens- und Sittenlehre. An dieser Auffassung hielt er bis zu seinem Tode fest, betonte Frau Bocksch.

Oberstudienrat Bernd Franze vom Kaiser-Heinrich-Gymnasium erläuterte und rezitierte ein poetisches Gebet von Hans Wölfel, das dieser mit 20 Jahren geschrieben hatte. Darin sei einerseits das Gefühl einer kommenden Bedrohung zu spüren, und andererseits könne man auch eine so starke Glaubenstiefe und Glaubensintensität Wölfels heraushören, dass man Wölfels innere Bereitschaft annehmen könne, für den christlichen Glauben, falls notwendig, sogar den Märtyrertod zu akzeptieren.

 

NCS

Bamberg, den 3. Juli 2010

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Zitat

Das meiste Unrecht beginnt im Kleinen - und da läßt es sich mit Mut und Zivilcourage noch bekämpfen.

Roman Herzog,
ehemaliger Bundespräsident,
Mai 1997

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