Holocaust-Gedenktag: Gedenktag 2010: Alle Konfessionen begehen eine gemeinsame Gedenkstunde

Gedenktag 2010: Alle Konfessionen begehen eine gemeinsame Gedenkstunde

Artikel im Internet-Magazin „Bamberg-Guide":

Gedenken an den Holocaust

Alle Konfessionen begehen eine gemeinsame Gedenkstunde in der Martinskirche

Sechs Millionen Tote - eine Zahl, die sprachlos macht. Eine Zahl, die man sich nicht vorstellen kann. Die Bilanz des Holocaust, der Schoah. Es ist als würden heute die Schweiz oder Hessen einfach von der Landkarte gefegt. Doch alle Vergleiche und Analogien machen keinen Sinn. Nie zuvor hat es einen derart umfangreichen, grausamen, gezielten und geplanten Massenmord gegeben.


Vertreter aller Konfessionen und zahlreicher Organisationen kamen in der Martinskirche zusammen

Ein Tag des Gedenkens

Dafür, dass das Grauen nicht vergessen oder gar verharmlost wird, führte die Bundesrepublik 1996 den nationalen Holocaust-Gedenktag ein, der seit 2005 auch international begangen wird. Und ebenso dafür, dass Derartiges nie wieder geschehen soll, ist er gedacht. Daran mahnte auch der israelische Präsident Schimon Peres heute in seiner Rede vor dem Deutschen Bundestag.


Am Ende des Gedenkens legte jeder einen Stein zum Andenken nieder

Gedenken auch in Bamberg

In Bamberg führte die Willy-Aron-Gesellschaft alle Konfessionen und viele Institutionen zusammen, die zu einer Gedenkstunde in der Martinskirche zusammenkamen, um nicht zuletzt auch den etwa 1.000 ermordeten und deportierten Bamberger Juden zu gedenken. In eindrucksvoller Weise kamen Christen, Juden und Muslime zusammen und baten ihren gemeinsamen Gott um Kraft und Unterstützung bei ihrer Arbeit, dieses „Nie wieder!„ hinaus in die Welt zu tragen.


Impression aus dem Jüdischen Museum in Berlin

Ein Tag für das jüdische Volk

Etwas deplatziert wirkten dabei die Beiträge von Amnesty International, der Tibet-Initiative und anderer Organisationen, deren Anliegen und Themen zwar sicher berechtigt, aber an einem solchen Tag und zu einer solchen Veranstaltung ebenso sicher nicht angemessen sind. Schließlich ist der Holocaust-Gedenktag dem Volk gewidmet, das die Deutschen Nationalsozialisten und ihre Helfer fast ausgerottet haben. Man kann ihn nicht einfach umwidmen und dadurch genau das tun, was sicher nicht sein soll. Nämlich die Verbrechen der NS-Zeit mit denen, die in heutiger Zeit geschehen, vermischen und dadurch indirekt verharmlosen.


Holocaust-Mahnmal in Berlin

Nie wieder!

Sehr eindrucksvoll und bleibend war die Schlussgeste, mit der die Anwesenden jeweils einen kleinen Stein im Gedenken an die Opfer niederlegten, begleitet von zu Herzen gehenden Geigenklängen. So wollen auch wir mahnen, dem Verbrechen, das vor 65 Jahren ein Ende nahm, zu gedenken, und die Erinnerung als Mahnung an alle kommenden Generationen heranzutragen, auf dass die Botschaft „Nie wieder!„ auch bleibende Wirklichkeit wird.

Markus Raupach, 27.01.2010


Link zum Original-Artikel:

http://www.bamberg-guide.de/bamberg/magazin/artikel.php?id=3270



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Kaddish
(Auszug)

Sein großer Name sei gelobt, in Ewigkeit und Ewigkeit der Ewigkeiten!
Es sei gelobt und verherrlicht
und erhoben und gefeiert
und hocherhoben und erhöht,
und gepriesen der Name des Heiligen, gelobt sei er,
hoch hinaus über jede Lobpreisung und jedes Lied,
jede Verherrlichung und jedes Trostwort,
welche jemals in der Welt gesprochen.

Zitat

Nichts erfordert mehr Mut und Charakter, als sich im offenen Gegensatz zu seiner Zeit zu befinden und laut zu sagen: Nein!

Kurt Tucholsky
Schriftsteller (1890-1935)

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