
Vor mehr als sieben Jahrzehnten brannten in ganz Deutschland unzählige Synagogen – auch die Bamberger Synagoge wurde durch Brandstiftung völlig zerstört. Mit dem 9. November 1938, der Reichspogromnacht, begann eine in der Weltgeschichte beispiellose Verfolgung und Vernichtung jüdischer Mitbürgerinnen und Mitbürger. Die Bamberger Willy-Aron-Gesellschaft möchte nun anlässlich diesen Datums eine besondere Aktion an den Bamberger Stolpersteinen durchführen.
Jeder „Stolperstein“ ist ein kleines Denk- und Mahnmal, zugleich auch eine Art Grabstein für Personen, die die Nationalsozialisten ermordet haben und an die teilweise ohne die Stolpersteine so gut wie alle Erinnerung verblasst wäre. „Entsprechend würdevoll müssen wir mit ihnen umgehen, gerade um dem immer wieder erhobenen Vorwurf entgegenzuwirken, das Gedenken der Ermordeten würde ‚mit Füßen getreten‘“, betont Andreas Ullmann, Vorstandsmitglied und Stolpersteinbeauftragter der Bamberger Willy-Aron-Gesellschaft.
Anlässlich der Reichspogromnacht plane nun die Willy-Aron-Gesellschaft, sich an einer bundesweiten Aktion zu beteiligen, bei der sich am 9. November zwischen 18 und 18.30 Uhr an allen Stolpersteinen Menschen treffen sollen, um Blumen niederzulegen oder eine Kerze zu entzünden. „Es können gar nicht genug Menschen sein, die unserem Beispiel folgen“, betont Andreas Ullmann. Er hoffe daher auf zahlreiche Teilnehmerinnen und Teilnehmer.
Besonders freue er sich, dass es der Gesellschaft gelungen ist, für fast alle der Bamberger Stolpersteine „Paten“ zu finden, die von Zeit zu Zeit bei „ihrem” Stolperstein vorbeisehen und ihn putzen. „Die Steine werden innerhalb einiger Zeit extrem unansehnlich und schmutzig, verschwinden teils gar völlig aus dem Straßenbild“, berichtet Ullmann. Dabei habe die Praxis erwiesen, dass man mit einer Art Paste extra für Messing sehr gute Resultate erreichen könne. „Jeder Stolperstein ist ein Ort des Gedenkens an einen Menschen“, gibt Ullmann zu bedenken. Daher gelte der besondere Dank der WAG den Stolperstein-Patinnen und Paten, die sich um die Bamberger Steine kümmern.
Die
beiden Autoren Prof. Dr. Andreas Dornheim (Gründungsmitglied der
Willy-Aron-Gesellschaft e.V.) und Thomas Schindler veröffentlichen im
Dezember 2006 unter dem Titel „Wilhelm Aron (1907-1933) - Jude, NS-Gegner, Sozialdemokrat und Verbindungsstudent” eine Biografie über Willy Aron.
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„Es ist Zeit, daß jetzt etwas getan wird. Derjenige allerdings, der etwas zu tun wagt, muß sich bewußt sein, daß er wohl als Verräter in die deutsche Geschichte eingehen wird. Unterläßt er jedoch die Tat, dann wäre er ein Verräter vor seinem eigenen Gewissen.“
Claus Schenk Graf von Stauffenberg (1907-1944)