Presseartikel: Bericht: Bamberger Schülergruppe berichtete über die Hölle von Auschwitz

Bericht: Bamberger Schülergruppe berichtete über die Hölle von Auschwitz

[01.07.2010] In einer öffentlichen Veranstaltung berichteten drei Schülerinnen und zwei Schüler des Kaiser- Heinrich-Gymnasiums und ihre Lehrerin für Geschichte und Deutsch, Studienrätin Dr. Christa Horn, über ihre Reise nach Auschwitz, die sie im April 2010 mit Unterstützung der Willy-Aron-Gesellschaft unternommen hatten.

Oberstudiendirektor Herbert Brunner, Leiter des Kaiser-Heinrich-Gymnasiums, und der Vorsitzende der Willy-Aron-Gesellschaft; Dr. Nikolai Czugunow-Schmitt, begrüßten die Gäste. Stadtrat Norbert Tscherner betonte die Notwendigkeit solcher Reisen und der Augenzeugenberichte darüber damit menschenverachtende Ideologien nicht wieder Zulauf bekommen könnten.

Mit Hilfe eines reichbebilderten Powerpoints, in dem die Fotos des ebenfalls mitgereisten früheren KHG-lers Markus Raupach verarbeitet wurden, ließen die Schülerinnen und Schüler die Zuschauer die Reise in die Hölle des KZ Auschwitz hautnah miterleben und teilweise wegen der bedrückenden Bilder auch durchleiden.

Am Anfang der Reise besuchten sie in Berlin die Villa, in der die Wannsee-Konferenz stattgefunden hatte, bei der hohe NS-Beamte innerhalb weniger Stunden in schönster Umgebung bei leckerem Imbiss, Kaffee und Kuchen die Vernichtung aller Juden im gesamten deutschen Machtbereich organisatorisch vorbereiteten.

Mit dem Zug fuhren die Bamberger Schüler dann zusammen mit 120 anderen Jugendlichen und zwanzig pädagogischen Betreuern aus ganz Deutschland nach Polen zu den Gedenkstätten der KZ Arbeits- und Vernichtungslager bei Auschwitz. Schon die Größe der KZ Anlagen, die allein der brutalen Ausbeutung der Arbeitskraft bis zum Tod oder der sofortigen Vernichtung der dorthin deportierten Männer, Frauen und Kindern dienten,

schuf einen furchterregenden Eindruck, sagten die Schüler. Sie zeigten Fotos von den Hallen mit Tausenden von Koffern, die noch mit den Namen der einstigen Besitzer beschriftet waren, von Hallen mit Abertausenden von Schuhen und Brillen, die den Opfern abgenommen worden waren, von hölzernen Stockbetten, auf denen jeweils 36 Gefangene zusammen schlafen mussten und von den Ruinen der Krematorien. Das alles war ein grausiger und erschütternder Anblick, meinten die Schülerinnen und Schüler.

In einem Museumsraum konnten sie Fotos besichtigen, die sich noch in den Habseligkeiten der Opfer befunden hatten und wohl Familienangehörige der Opfer zeigten. Aber auch Fotos, die von der SS bei der Selektion der Gefangenen an der Bahnrampe gemacht worden waren, wo die Familien brutal getrennt wurden und wo die als nicht arbeitsfähig eingeschätzten alten Männer und Frauen, Gebrechlichen und Kinder sofort für die Gaskammern ausgesondert wurden, während die anderen in die Arbeitslager geschickt wurden.

Die Schüler berichteten von einem Treffen mit überlebenden Zeitzeugen aus dem KZ. Besonders beeindruckend war für sie das Gespräch mit dem aus Deutschland stammenden Juden Josef Aron, der als Kind mit seiner Schwester aus Deutschland vor der Deportation zunächst nach Frankreich fliehen konnte und in einem französisches Kinderheim versteckt wurde, bis er auch dort verhaftet und nach Auschwitz deportiert wurde. Statt in die Gaskammer zu kommen, wurde er in ein Kinderbordell gesteckt, wo er von den Wachmannschaften des KZ nach deren Lust und Laune täglich vergewaltigt wurde.

Die Jugendlichen waren überrascht, dass Josef Aron für das heutige demokratische Deutschland und die heutige junge Generation in Deutschland nur gute und sehr freundliche Worte fand und keinerlei Groll oder Hass behalten hatte. Eine Versöhnung mit den Jugendlichen aus Deutschland war für ihn selbstverständlich.



Bericht: NCZ


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