
Die Ausstellung
ist das Ergebnis einer Exkursion, die fünf Schüler der elften Klassen
des Kaiser-Heinrich-Gymnasiums mit ihrer Lehrerin Christa Horn und
Markus Raupach, einem Ehemaligen des KHG, im April unternommen haben.
Die Reise kam im Anschluss an das Projekt „Zug der Erinnerung“ zustande,
bei dem an deportierte Juden aus ganz Europa erinnert wurde. Aus jenen
deutschen Städten, in denen der Zug Halt gemacht hatte, wurden nun
einige Schüler zu einer Reise in das KZ Auschwitz eingeladen.
Die
Unkosten für diese „Fahrt gegen das Vergessen“ übernahm die
Willy-Aron-Gesellschaft Bamberg, die sich im Gedenken an
Widerstandskämpfer für mehr Zivilcourage und den Kampf gegen
Rechtsextremismus einsetzt. Vorsitzender Nikolai Czugonow-Schmitt dankte
in seiner Rede den Schülern, dass sie sich diesen Erinnerungen und
Erfahrungen ausgesetzt haben. Er betonte, dass es junge Menschen seien,
die durch solches Engagement zur Versöhnung beitragen. Denn mit dieser
Fahrt ist auch ein Auftrag verbunden. Dieser Auftrag ist es, Geschichte
weiterzutragen, zu mahnen und zu erinnern. Ein Schritt in diese Richtung
soll diese Ausstellung sein.
Beim Betrachten der Bilder taucht die Frage auf, wie das Geschehene möglich war. Auch die fünf Schüler des KHG fragten sich immer wieder, wie Menschen dies einander antun konnten. Trotz wochenlanger Vorbereitung blieben die Erwartungen hinter der Realität weit zurück. Die Eindrücke beschreibt ein Schüler als „Chaos im Kopf“, eine andere Schülerin war froh, dass sie dies mit der Gruppe teilen konnte. Vor allem die Gespräche mit Zeitzeuge Josef Aron waren für die Jugendlichen noch mal „auf einer ganz anderen Stufe“ und gingen ihnen sehr nahe.
Auch Arieh Rudolph von der Israelitischen Kultusgemeinde betonte, dass es wichtig sei, die Erinnerung vor allem durch die verbleibenden Zeitzeugen lebendig zu halten. Die individuelle Beschäftigung mit den Gräueltaten in Auschwitz, die direkte Konfrontation mit dem Leid der Überlebenden, sei nach 65 Jahren immer seltener möglich. Umso wichtiger sei„die intensive Beschäftigung mit dem Grauen dieser Zeit“, sagte Bürgermeister Werner Hipelius.
Gemeinsam
mit allen Beteiligten hofft er, dass viele Besucher in die Ausstellung
gehen und sich mit der Frage auseinandersetzen, wie das möglich war,
damit es eine Hölle wie Auschwitz nie mehr geben wird.
(Artikel von Marina Novellino, erschienen im Fränkischen Tag vom 8.5.2010; © Foto: Barbara Herbst)
Satzung der Willy-Aron-Gesellschaft
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Beitrittserklärung
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