Sitzungen: Mitgliederversammlung 2010: Bericht des Vorsitzenden

Mitgliederversammlung 2010: Bericht des Vorsitzenden

Die Willy-Aron-Gesellschaft blickt auf ein arbeitsreiches Jahr zurück.

Bei der Jahreshauptversammlung der Willy-Aron-Gesellschaft am 14. Juni 2010 im Saal der Gaststätte „Tambosi“ in Bamberg berichtete der Vorsitzende der Gesellschaft Dr.Nikolai Czugunow-Schmitt in einem Powerpoint-Vortrag über die Aktionen der Gesellschaft im vergangenen Jahr.

Er sagte, besonders wichtig sei für die Erinnerungskultur der Halt des „Zuges der Erinnerung“ in Bamberg gewesen, der die Deportation jüdischer Kinder in die Vernichtungslager in der NS-Zeit dokumentiert habe.

Ebenso wichtig sehe er die Zuerkennung des „Zivilcourage-Preis“ der Gesellschaft an zwei Bamberger Schülergruppen aus dem Clavius-Gymnasium und der Maria-Ward-Realschule, die sich beispielhaft mit dem Schicksal jüdischer Bürger in Bamberg befasst hätten.

Die von der Willy-Aron-Gesellschaft veranstaltete „Zivilcouragerede“ des Altoberbürgermeisters von Bamberg, Herbert Lauer, über die alltäglich notwendige „kleine Zivilcourage“ im Bus, auf der Straße, am Arbeitsplatz und auch im Sportstadion, sei ein ganz hervorragender Denkanstoß für alle gewesen, für einen fairen und zivilisierten Umgang miteinander einzustehen.

Die Errichtung eines Bamberger Bürgerdenkmals für die drei Repräsentanten der Zivilcourage aus Bamberg, Willy Aron, Claus Schenk Graf von Stauffenberg und Hans Wölfel, die ihr Leben für Rechtsstaatlichkeit, Menschenwürde und Katholischen Glauben im Kampf gegen die NS-Diktatur geopfert hätten, sei im laufenden Jahr die wichtigste Aufgabe der Willy-Aron-Gesellschaft, betonte er. Die Bedeutung der ethischen ausgerichteten Zivilcourage sollte insbesondere an die jungen Menschen dadurch unterstrichen werden, meinte Czugunow-Schmitt. Deshalb sei der geplante Standort des Denkmals an der Universität so passend, sagte er.

Der Schriftführer der Gesellschaft, Rechtsanwalt Wolfgang Jans, erwähnte, dass er im vergangenen Jahr zusätzlich über den Bamberger Juristen und Politiker Thomas Dehler Artikel geschrieben und Vorträge gehalten habe. Nach seinen Worten habe Thomas Dehler in der NS-Zeit als Jurist, z.B. als Verteidiger von NS-Gegnern, und als Politiker, z.B. zusammen mit Willy Aron als Vorstandsmitglied der republikanischen „ Schutzbanners Schwarz-Rot-Gold“, große Zivilcourage bewiesen.

Der Kassier der Gesellschaft, Diplompsychologe Rainer Knappe, verlas den Kassenbericht der Gesellschaft. Der anwesende Revisor Jonas Merzbacher, Bürgermeister von Gundelsheim, lobte die korrekte und ordentliche Kassenführung und beantragte die Entlastung des Kassiers und des gesamten Vorstandes. Dem wurde einstimmig, bei Enthaltung der jeweils Betroffenen, zugestimmt.

Anschließend wurden Jonas Merzbacher und der Rechtsanwalt Hendrik Leuker einstimmig für vier Jahre als neue Revisoren gewählt. Dr. Axel Bernd Kunze, der seit einiger Zeit an der Universität Trier tätig ist, wurde für seine bisherige korrekte Revisorentätigkeit gedankt.

Die Webmasterin der Gesellschaft Cornelia Daig-Kastura empfahl allen Interessierten sich die sehr umfangreiche und aufwendig gestaltete Internetseite der Gesellschaft „www.willy-aron-gesellschaft.de“ anzusehen um sich über die vielfältigen Aktivitäten der WAG zu informieren. Sie bedankte sich bei Frau Patricia Patten, einer in Bamberg lebenden US-Bürgerin, dass diese Videos über die in Bamberg von der Willy-Aron-Gesellschaft verlegten

„Stolpersteine“ und über das geplante Denkmal für Zivilcourage aufgenommen und mit englischen Kommentaren versehen in die Internetplattform „youtube“ eingestellt habe und damit die WAG jetzt auch international bekannt mache.

Der Koordinator für die „Stolpersteine“ der WAG, der Historiker Andreas Ullmann, berichtete, dass am 20. September dieses Jahres der Kölner Künstler Gunter Demnig 16 neue Stolpersteine in Bamberg verlegen werde, die von Bamberger Bürgern, Vereinen und auch Schülern gesponsert worden sind. Er zitierte aus einem Brief des Oberbürgermeisters von Bamberg Andreas Starke an die Gesellschaft, dass in Zukunft die Stadt keine Erlaubnis der Hauseigentümer mehr einholen wolle, wenn „Stolpersteine gegen das Vergessen“ auf öffentlichem Grund vor den Häusern verlegt werden sollten, in dem jüdische Opfer vor ihrer Deportation in die Vernichtungslager lebten.

Zum Schluss berichtete die Studienrätin für Deutsch und Geschichte Frau Dr. Christa Horn vom Kaiser-Heinrich-Gymnasium über eine von der Willy-Aron-Gesellschaft finanziell unterstütze Fahrt von fünf Schülerinnen und Schülern des Gymnasiums nach Auschwitz. Sie zeigte Fotos von der Reise in die „Hölle“ des Vernichtungslagers von Auschwitz und lud alle interessierten Bamberger Bürger ein, am 30. Juni um 19.00 Uhr in die Haupthalle des Kaiser-Heinrich-Gymnasium an der Altenburger Straße zu kommen, wo die Schülergruppe über diese Reise und ihre Eindrücke in einer öffentlichen Veranstaltung berichten würde.

(CS)
Bamberg, den 20. Juni 2010

 

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zur Powerpoint-Präsentation der Mitgliederversammlung >>>



FT-Artikel zur MV: ”Oben stehen Erinnerung und Zivilcourage

Vorsitzender Nikolai Czugunow-Schmitt erinnerte unter anderem an den Halt des „Zuges der Erinnerung“ in Bamberg, der die Deportation jüdischer Kinder in die Vernichtungslager während der NS-Zeit dokumentierte. Es sei auch wichtig gewesen, den „Zivilcourage-Preis“ der Gesellschaft an zwei Schülergruppen aus dem Clavius-Gymnasium und der Maria-Ward-Realschule zu vergeben, die sich beispielhaft mit dem Schicksal jüdischer Bürger in Bamberg befasst hätten.

Das Bamberger Bürgerdenkmal für die drei Repräsentanten der Zivilcourage aus Bamberg, Willy Aron, Claus Schenk Graf von Stauffenberg und Hans Wölfel, die ihr Leben für Rechtsstaatlichkeit, Menschenwürde und katholischen Glauben im Kampf gegen die NS-Diktatur geopfert hätten, sei momentan die wichtigste Aufgabe der Willy-Aron-Gesellschaft, betonte der Vorsitzende. Die Bedeutung der ethischen Zivilcourage sollte insbesondere an die jungen Menschen weiter gegeben werden. Deshalb sei der geplante Standort des Denkmals an der Universität so passend, unterstrich Czugunow-Schmitt.

Schriftführer Wolfgang Jans erwähnte, dass Thomas Dehler große Zivilcourage in der NS-Zeit bewiesen habe und als Bamberger Bürger mehr Aufmerksamkeit seitens seiner Heimatstadt verdient hätte. Der anwesende frühere Präsident des Oberlandesgerichts Michael Meisenberg erinnerte daran, dass Dehler einer seiner Amtsvorgänger gewesen war.

Entlastung erfolgt einstimmig

Kassier Rainer Knappe wurde von Revisor Jonas Merzbacher für die korrekte und ordentliche Kassenführung gelobt, die Entlastung erfolgte einstimmig.

Webmasterin Cornelia Daig-Kastura empfahl allen Interessierten, sich die aufwändig gestaltete Homepage anzusehen (www.willy-aron-gesellschaft.de ), um sich über die vielfältigen Aktivitäten der Willy-Aron-Gesellschaft zu informieren.

Der Koordinator für die „Stolpersteine“ der Gesellschaft, der junge Historiker Andreas Ullmann, berichtete, dass am 20. September 2010 der Kölner Künstler Gunter Demnig 16 neue Stolpersteine in Bamberg verlegen wird, die von Bamberger Bürgern, Vereinen und auch Schülern gesponsert worden sind. Er zitierte aus einem Brief des Oberbürgermeisters Andreas Starke an die Gesellschaft, dass die Stadt künftig keine Erlaubnis der Hauseigentümer mehr einholen wolle, wenn „Stolpersteine gegen das Vergessen“ auf öffentlichem Grund vor Gebäuden verlegt werden, in denen jüdische Opfer vor ihrer Deportation in die Vernichtungslager lebten.

Studienrätin Christa Horn vom Kaiser-Heinrich-Gymnasium berichtete über eine von der Willy-Aron-Gesellschaft finanziell unterstütze Fahrt von fünf Schülern des Gymnasiums nach Auschwitz. Sie zeigte Fotos von der Reise und lud alle Bamberger ein, am 3. Juli, 19 Uhr, in die Haupthalle des KHG an der Altenburger Straße zu kommen, wo diese Schülergruppe einen Bericht über ihre Reise und ihre Eindrücke halten wird.

(Artikel erschienen im Fränkischen Tag vom 24.6.2010, S. 11)



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Vorstellung des Projekts „Stolpersteine” von Günter Demnig, Köln
Artikel erschienen im „Fränkischen Tag” Bamberg (pdf-Datei 1,72 kb)

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